Meditation -

was ist denn das genau?

Meditation wird oft zum Streßabbau und zur Entspannung emp­fohlen. Die positive Wirkung von Medi­tation in diesem Sinn ist inzwischen allge­mein anerkannt: Sie beruhigt, klärt die Ge­danken und erleichtert das Herz.

Warum ist das so?

Mit Medita­tion wirken Sie ganz direkt auf Ihren Geist ein. Meditation befreit den Geist von überflüssigem Ballast; sie schafft inneren Raum, Offenheit und Weite. Negative Geistesver­fassungen verwandelt sie allmählich in posi­tive. Dieser Prozeß wird durch Meditation in Gang gesetzt und ist auch ihr vorläufi­ges, mittelfristiges Ziel. Langfristig gesehen zielt Meditation aller­dings auf jene völlige Befreiung von Geist und Herz, die man auch Erleuchtung nennt.

Den Geist verwandeln

Wenn man meditiert, entdeckt man Neues und Unerwartetes über sich selbst und darüber, wie der eigene Geist beschaffen ist und funktioniert. Solche Entdeckungen sind nichts Abstraktes oder Philosophisches, son­dern ganz direkte Erfahrungen. Es müs­sen nicht immer große Dinge sein, denen Sie dabei begegnen: Sie lernen sich selbst einfach umfassender und tiefer kennen. Durch das Üben von Meditation lernen Sie, ganz bei Ihrer tatsächlichen, augenblicklichen Erfah­rung zu bleiben, sich als Teil dieser Erfahrung und nicht getrennt davon zu erleben. Das führt allmählich zu einer tiefen inneren Verwandlung.

Diese Verwandlung hat zwei Aspekte: Zum einen bezieht sie sich auf das Gefühlsleben und die Emotionen: Sie erfahren, was Sie tatsächlich fühlen und nicht, was Sie bloß zu fühlen glau­ben oder gar fühlen sollten. Sie werden immer mehr fähig, Ihre Gefühle so anzunehmen, wie sie sind; mit der Zeit werden Sie freundlicher, besser gestimmt, zufriedener und offener. Der andere Aspekt sorgt für geistige Klarheit: Die gedankliche und emotio­nale Verwirrung nimmt ab, Ihr Denken und Fühlen wird reiner, klarer und direk­ter.

Gute Vorbereitung

Ein wesentlicher Aspekt von Medi­tation ist eine gute Vorbereitung. Sorgen Sie dafür, daß Sie für die Dauer Ihrer Übung nicht gestört werden kön­nen. Bereiten Sie Ihren Meditationssitz vor, und lenken Sie Ihre Gedanken schon vor der Meditation auf die bevor­stehende Übung. Vielleicht trinken Sie in Ruhe eine Tasse Tee, schauen ohne an etwas Bestimmtes zu denken, eine Weile lang aus dem Fenster, spüren Ihren Körper und Ihre gesamte Gemüts­verfassung. Je besser Sie vorbereitet sind, desto schneller werden Sie in die Meditation hineinfinden.

Zeit und Ort

Da Sie sich nun einmal zum Meditieren entschlossen haben, schaffen Sie am besten auch gleich die Voraussetzun­gen, die am ehesten zum Erfolg führen. Dazu gehört vor allem regelmäßiges Üben. Ob man den Tag mit einer Meditation beginnt oder beschließt, ist nebensächlich, wichtiger ist die Regel­mäßigkeit. Anfangs kann es hilfreich sein, immer zur gleichen Zeit zu üben. Sie müssen dann keine Gedanken mehr darauf verwenden, wann Sie meditieren werden oder ob Sie heute schon medi­tiert haben. Das kann es erleichtern, die Meditation zu einer positiven Gewohn­heit zu machen. Richten Sie sich einen festen Platz ein, damit Sie sich jederzeit ohne große Umstände hinsetzen kön­nen. Wählen Sie dazu einen möglichst ruhigen Ort in Ihrer Wohnung. Die zeitli­che und räumliche Festlegung gibt Ihrer Übung nicht nur den nötigen Halt, son­dern Sie werden auch durch sichtbare Zeichen ans Meditieren erinnert. Vielleicht richten Sie diesen Platz besonders schön her, um damit eine einladende, friedvolle Atmosphäre zu schaffen. Ein paar Blumen, Steine, Kerzen oder auch

 

ein schönes Bild kön­nen dazu dienen. Nehmen Sie einfach etwas, das Sie persönlich anspricht. Wenn Sie sich zur Meditation hinsetzen, wirken überdies frische Luft und ein angenehm duftendes Räucherstäbchen oder eine Duftlampe anregend und zugleich beruhigend auf den Geist.

Gewahrsein und Achtsamkeit entwickeln

Es ist in vieler Hinsicht gewinnbrin­gend zu lernen, aufmerksam, achtsam und bewußt zu sein sowohl in der Meditation als auch außerhalb. Beim Meditieren sollte Ihre Aufmerksamkeit ganz natürlich und leicht bei der Akti­vität verweilen, für die Sie sich ent­schieden haben. Doch sollten Sie sich zugleich auch dessen gewahr sein, was sonst noch in Ihnen vor sich geht. Nehmen Sie Ihre Empfindungen, Gefühle und Emotionen sowie Ihre Gedanken wahr. Spüren Sie Ihren Körper die Art, wie Sie sich halten, bewegen oder was immer Sie gerade tun. Wenn Sie auch außerhalb der Meditation Ihr Gewahrsein auf diese Weise schulen, sind Sie ziemlich gut vorbereitet, wenn Sie sich zur Medita­tion hinsetzen. Eine gute Vorbereitung ist die halbe Meditation: Je mehr Sie im Alltag darauf achten, geistig klar, emp­fänglich, engagiert und emotional posi­tiv zu sein, desto leichter wird Ihnen das Meditieren fallen.

Anfängergeist

Jede Meditationsübung kann und soll eine ganz neue, oft überraschende Erfahrung sein. Vermeiden Sie es, in eine mechanische Routine zu verfallen. Blei­ben Sie flexibel und schöpferisch in Ihrem Herangehen an die Meditationsübung. Seien Sie offen für die Möglichkeit, daß Sie eigentlich noch gar nicht wissen, was Meditation wirklich ist selbst wenn Sie vielleicht schon seit Jahren üben. Die Meister des Zen fordern uns deshalb auf, immer diese offene Haltung,  „den Geist des Anfängers“ zu bewahren.

Freude und Genuß

Manchen Menschen fällt das Medi­tieren von Anfang an sehr leicht, und sie genießen es. Hoffentlich zählen Sie auch dazu. Wenn nicht, können Sie etwas dafür tun, um an der Meditation mehr Gefallen zu finden. Sie könnten einen Meditationskurs besuchen oder mit anderen Interessierten gemeinsam üben. Auch die Einstellung, daß Medi­tation Freude bereitet, ist sehr nützlich:

Ein gesammelter Geist ist zufrieden, entspannt und glücklich. Erwarten Sie aber nicht jedes Mal einen spekta­kulären Hochgenuß. Betrachten Sie Ihre Meditation als etwas, das Ihnen allmäh­lich zu einem gesammelteren, heileren und somit glücklicheren Zustand ver­hilft. Erhoffen Sie sich keine allzu schnellen Resultate, sondern haben Sie mit sich und Ihrer Übung Geduld.

Der Meditation eine Chance geben

Wenn Sie vorurteilsfrei prüfen wollen, ob Meditation das Richtige für Sie ist, müssen Sie ihr eine ehrliche Chance geben. Entscheiden Sie sich deshalb, über einen nicht zu kurzen Zeitraum vielleicht einen Monat lang regelmäßig zu meditieren. Danach können Sie rückblickend beurteilen, welche Wir­kung das Üben auf Sie und Ihr Leben gehabt hat.

Persönliche Anleitung

Entschließen Sie sich nach Ihrer Testphase weiterhin regelmäßig zu meditie­ren, lohnt es sich, persönliche Anleitung durch einen erfahrenen Lehrer zu su­chen oder mit anderen Meditierenden Kontakt aufzunehmen. Dabei ist die Gelegenheit, von der Erfahrung eines Lehrers zu lernen ebenso wichtig wie die Unterstützung und Ermutigung, die Sie von den Mitübenden erhalten.